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Fr 16 Dez Gruppen stellen seit gut 10 Jahren einen Schwerpunkt meiner Arbeit dar und ich bin sehr fasziniert davon WAS in diesen Gruppen basiert und vor allem WIE sich heilsame Momente und Begegnungen oftmals inszenieren. Im Besonderen möchte ich mich im Rahmen dieses Blogs mit Aspekten der Gruppentherapie beschäftigen die mir im Laufe meiner Arbeit auffallen und auch unterschiedliche Stile von Gruppenarbeit vorstellen, die ich im Laufe diverser Ausbildungen kennen gelernt habe. Ich würde mich freuen, dass diese meine Beiträge eine Diskussion anstoßen und die (teils langjährigeren) Erfahrungen vieler KollegInnen und Kollegen letztendlich hier ausgetauscht werden können. Die Frage in meinem Kopf hin- und her wälzend, welchem Aspekt ich einen ersten Blog widmen soll habe ich mich entschlossen mich anhand meiner eigenen Gruppensozialistaion hier vorzustellen - mit der Intention einige Themen zu adressieren, über die ich in der Folge schreiben möchte: Meine primäre „Gruppenerfahrung“ in meiner Familie war von einem sehr kühlen, leistungsorientierten Klima geprägt, in dem meine eigene Selbstverständlichkeit, dass es gut so ist, wie ich bin nicht unbedingt gefördert wurde. Auch meine Peererfahrungen in der Schule waren von dem Gefühl geprägt nicht ganz dazu zu gehören. Einen positiven Kontrast dazu haben einige Gruppenerfahrungen im nicht therapeutischen Umfeld dargestellt, bei denen ich das Wir Gefühl der Gruppe als besonders wohltuend erlebt habe. Eigene Erfahrungen in einer gestalttherapeutischen Gruppe bei Reinhard Tötschinger haben mich mit der Idee anfreunden lassen, dass es einen Weg raus aus dieser – selbstgewählten - Einsamkeit gibt. In mehrerer Hinsicht wegweisend waren schließlich jahrelange Gruppenerfahrungen bei einem Mitarbeiter von Graf Dürkheim, Bert Kemming, bei denen ich die Spannung des ganz bei mir Seins und deutlich von der Gruppe getragen Seins besonders intensiv und heilsam erlebt habe. Das Setting, das durch eine Kombination ...

Mo 24 Aug Leben wie ein Baum, einzeln und frei, doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht. (Nâzım Hikmet) Die wissenschaftliche Psychologie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ordnung in die scheinbar unüberschaubare Vielfalt der Menschen zu bringen. Denn die Vielfalt dieser Welt und der Menschen ist uns nicht nur Freude, sondern auch Last. Bei so viel Unterschiedlichkeit entsteht schnell das belastende Gefühl von Verwirrung und Ausgeliefertsein. Das ist mit ein Grund, warum im Menschen schon früh das Bedürfnis entstand, Ordnungssysteme zu konstruieren, Vereinfachungen und Typologien. So wurden beispielsweise schon in der griechischen Antike vier Temperamente unterschieden, der Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker und Melancholiker. Das System wird Empedokles zugeschrieben und wurde von Galen weiterentwickelt. Möglicherweise ist es aber ägyptischen Ursprungs, also noch wesentlich älter. Die Temperamente-Lehre gilt heute wissenschaftlich als überholt und doch gibt es auch heute zahlreiche psychologische Typologien, die auf dieser Zahl Vier beruhen. So etwa die vier Typen C.G. Jungs (2006), der Fühl-, Denk-, Empfindungs- und Intuitionstypus, des Weiteren die vier Grundformen der Angst von Fritz Riemann (2003) oder auch die vier Grundbedürfnisse von Klaus Grawe. Riemann unterschied vier Grundformen der Angst, nämlich den schizoiden Typus, der Angst vor der Hingabe hat, den depressiven Typus, der Angst vor der Selbstwerdung hat, den zwanghaften Typus, der Angst vor Veränderung hat und den hysterischen Typus, der Angst vor den Notwendigkeiten und Gesetzmäßigkeiten des Lebens hat. Diese Typologie scheint als grobe Orientierung sehr bedeutsam für viele Psychologen und Psychotherapeuten zu sein, liegt das Buch "Grundformen der Angst" doch mittlerweile in der 41. Auflage vor. Noch nicht ganz so alt ist das Modell der vier Grundbedürfnisse von Klaus Grawe (2004). Er meinte, dass der Mensch vier Grundbedürfnisse hätte, nämlich das Bedürfnis nach ...
Abwehrmechanismus Angst Grundbedürfnis Kontaktunterbrechung Typologie   Permalink

So 12 Apr Je unsicherer das Selbst, desto gigantischer seine Investitionen in Sicherheit. (Andreas Tenzer) Geschieht heute irgendein Unglück, sei es eine Naturkatastrophe, ein tragischer Unfall, ein Terroranschlag oder ein zum Massenmord erweiterter Suizid, können wir regelmäßig beobachten, dass sofort alle möglichen Experten und Medienleute nach noch mehr Sicherheitsmaßnahmen rufen. Kinder lernen heute ganz selbstverständlich mit Helm und Knieschützern und spezieller Kleidung Rad zu fahren. Noch vor einer Generation gab es diese Sicherheitsvorkehrungen nicht. Wenn Jugendliche heute Alkohol trinken, wird das schnell als „Komasaufen“ bezeichnet und nach noch mehr Gesetzen gerufen. Die Genderung der Sprache, die Mülltrennung, die Ernährung – das alles wollen viele heute gesetzlich regeln. Und manchmal frage ich mich, wo da die Menschlichkeit und das miteinander Reden bleiben. Der Zeitgeist und die Mode sind flüchtig. Für einen denkenden, selbstverantwortlichen Menschen lohnt es sich, ab und zu zu hinterfragen, was jetzt angeblich modern ist. Momentan sind wir kollektiv zu Sicherheitsfanatikern geworden. Wir wollen uns gerne gegen alles und jedes absichern, wir streben nach Perfektion und Unverwundbarkeit. Vielleicht deshalb, weil wir in unsicheren und verunsichernden Zeiten leben. Dieser Wahn ist aber unmenschlich, unnatürlich und vor allem unlebendig (vgl. Artikel „Die Sicherheits-Illusion“). Das übermäßige Streben nach Sicherheit und Perfektion ist immer ein Anzeichen für eine Neurose. Der gesunde Mensch lässt sich auf das Leben mit all seinen Unwägbarkeiten und Unsicherheiten ein und er kann gelassen davon ausgehen, dass er mit vielen Schwierigkeiten fertig werden wird, weil ihm das auch in der Vergangenheit gelungen ist. Werbung und Medien möchten uns gerne glauben machen, der moderne Mensch unserer Zeit sei groß, schlank, sonnengebräunt, beruflich erfolgreich, wohlhabend, wohlriechend, ständig lächelnd und 24 Stunden am Tag glücklich, ...
Aggression Angst Germanwings Kopilot Gewalt Perfektionismus Sicherheitsbedürfnis Unglücklichsein   Permalink

Di 1 Okt Nach gestalttherapeutischer Ansicht ist eine Neurose die gesunde und sinnvolle Antwort des Einzelnen auf irrationale und „kranke“ gesellschaftliche oder familiäre Zustände. Wir könnten auch sagen, dass das Verhalten welches im Hier und Jetzt als neurotisch gilt, in der Biografie des Klienten*) irgendwann einmal eine sinnvolle und gesunde Lösung für Probleme darstellte. Und nur weil die Lösung beibehalten wurde, als die Lebensumstände sich geändert haben, wurde sie später zu einer neurotischen, d.h. ungesunden Lösung. Wir leben heute in einer Gesellschaft und Arbeitswelt, die sich sehr rasch verändert. Immer mehr Menschen kommen mit ihren Anpassungsversuchen an diese veränderte Umwelt nicht mehr nach und entwickeln daher Symptome wie Ängste, Depression, Erschöpfungszustände oder Süchte. Da Psychotherapeuten und Psychologen in den Medien wahrnehmbarer werden, denken inzwischen immer mehr Menschen an die Möglichkeit, sich psychologische und psychotherapeutische Hilfe zu suchen. Wäre da nicht das Problem, dass ein Anruf bei einem Psychotherapeuten für viele Menschen das Eingeständnis bedeutet, krank zu sein, die Psychotherapeuten dieses Landes könnten wohl die Nachfrage in keinster Weise bewältigen. C.G. Jung hat in diesem Zusammenhang den Neurotiker vom Normalen unterschieden. Die sogenannten Normalen stellen zweifellos die Mehrheit dar. Es sind dies laut Jung jene Menschen, die jegliche Schwierigkeit und jedes noch so kleine Problem projizieren. - Eheprobleme? Klar, die Ehefrau ist schuld! Probleme, einen Job zu finden? Die Wirtschaft oder die Politiker sind schuld! Probleme mit der Gesundheit? Die Ärzte sind schuld! etc.. Der sogenannte Normale kommt also überhaupt nicht in die Verlegenheit, ein Problem zu haben. Das Problem haben ausschließlich die Anderen! Der Neurotiker hingegen hat eine Ahnung, dass seine Schwierigkeiten im Leben etwas mit ihm selbst zu tun haben. Nach der 3. Scheidung stellt er unweigerlich fest, dass der einzige ...
Gestalttherapie Neurose Psychotherapie   Permalink


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