Psychohygiene und Corona

Hofbauer Stefan am 13.3.2020
Fr 13 Mär Von Seiten der Behörden sind wir in Zeiten des grassierenden Corona-Virus aufgefordert, uns regelmäßig die Hände zu waschen, Abstand zu Mitmenschen zu halten, Augen und Nase nicht mit den Händen zu berühren und soziale Kontakte auf das Notwendigste einzuschränken. Doch was können wir psychohygienisch tun, um unsere Angst zu bewältigen und unser Abwehrsystem zu stärken?

Wir wissen aus der Psychoneuroimmunologie, dass Angst und dauerhafter Stress unser Immunsystem beeinträchtigen. Einige Menschen reagieren in der derzeitigen Situation besonders ungünstig und steigern sich in eine Panik hinein, die die Aufnahme sachbezogener, wichtiger Informationen beeinträchtigt und ihr Immunsystem schwächt.

Es gibt einige Maßnahmen, die hier gegensteuern könnten:
  • Versuchen Sie, sich nicht den ganzen Tag der Nachrichtenflut auszusetzen. Informieren Sie sich, soweit das möglich ist, einmal am Tag gründlich über aktuelle Entwicklungen und meiden Sie darüber hinaus soziale Medien und Nachrichtensendungen.
  • Lenken Sie sich mit Tätigkeiten ab, die Ihnen angenehm sind (z.B.: Musik hören, lesen, Serien schauen, Hobbys).
  • Definieren Sie in Ihrem persönlichen Umfeld coronafreie Zonen, zeitlich und räumlich. Das könnte beispielsweise so aussehen, dass nach 20 Uhr nicht mehr über Corona gesprochen werden darf oder die Küche zum Corona-Gesprächstabu erklärt wird.
  • Humor stärkt unser Immunsystem. Lesen Sie Satire-Zeitungen, erzählen Sie sich Witze, versuchen Sie den tierischen Ernst dieser Tage wenigstens zeitweilig zu unterbrechen.
  • Versuchen Sie, sich möglichst gesund und ausgewogen zu ernähren, um Ihr Immunsystem zu stärken.
  • Falls ihr Schlaf beeinträchtigt sein sollte, lassen Sie sich von Ihrer Apothekerin/Ihrem Apotheker beraten. Es gibt eine Reihe pflanzlicher Mittel, die unseren Schlaf verbessern können, ohne Abhängigkeitspotenzial und weitgehend ohne Nebenwirkungen.
  • Denken Sie daran, vernünftige und realistische Einschätzungen gelingen nur, wenn wir uns nicht in einem psychischen Alarmmodus (Aktivierung des limbischen Systems) befinden. In Krisenzeiten benötigen wir vor allem eines, einen kühlen Kopf.
  • Überlegen Sie, welche Chance die derzeitige Situation Ihnen bietet. Was ist ohnehin schon länger liegen geblieben? Welches Buch wollten Sie längst schon einmal lesen? In welcher Schublade oder welchem Regal wollten Sie längst schon einmal Ordnung machen?
  • Nutzen Sie Telefon, soziale Medien und Internet durchaus, um mit Freunden Kontakt zu halten, aber vermeiden Sie es, ununterbrochen nur über Corona zu sprechen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: bleiben Sie gesund und nutzen Sie die Chancen, die diese außergewöhnliche Situation Ihnen bietet.

www.gestalttherapeut.com
Angst Angstbewältigung Psychohygiene Psychoneuroimmunologie
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